So führen Sie ein Design-Review durch: Prozess & Checkliste
Wir waren alle schon an diesem Punkt: Sie haben gerade Ihr neuestes Design fertiggestellt und starren es an, während Sie sich fragen, ob es wirklich gut genug ist. Sie haben sich umgehört und überall Feedback eingeholt – inklusive widersprüchlicher Online-Bewertungen von viel zu vielen Leuten.
Jetzt müssen Sie allein entscheiden, was Sie ändern und was Sie beibehalten. Statt sich mit einer Flut an unzuverlässigem Feedback herumzuschlagen, können Sie ein strukturiertes Design-Review durchführen.

Dieser Review-Prozess ist eine Art User-Test mit Peer-Review. Sie stellen eine sehr gezielte (und kleine) Gruppe von Personen zusammen und präsentieren ihnen Ihr Design. Ihre Aufgabe ist es, das Design objektiv zu betrachten und hilfreiches, relevantes Feedback zu geben, das Sie in Ihre Überarbeitung einfließen lassen können.
Es geht nicht darum, Ihr Werk zu „pitchen“ und möglichst viele Meinungen zum Look einzusammeln. Ziel ist es, konstruktive Kritik zu erhalten – mit klaren Zielen, was Sie mit dem Review erreichen wollen.
Damit Sie besser durchblicken, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Design-Review durchführen. Außerdem erhalten Sie eine ausführliche Design-Review-Checkliste, damit Sie alle Ihre Ziele erreichen.
Doch klären wir zuerst die Grundlagen.
Was ist ein Design-Review?
Ein Design-Review ist wie ein Team-Huddle: Designer:innen, Projektmanager:innen und manchmal sogar Kund:innen kommen zusammen, um einen kritischen Blick auf das Design eines Projekts zu werfen.
Stellen Sie es sich wie eine Mischung aus Show-and-Tell und Brainstorming-Session vor. Das Ziel? Sicherzustellen, dass das Design auf Kurs ist und sein volles Potenzial ausschöpfen kann, bevor es in die nächste Phase geht.
Es ist wie ein Boxenstopp für Ihr Projekt: Sie prüfen Reifen und Motor des Designs – also Machbarkeit, Compliance mit Vorgaben und die „Coolness“ – und sorgen dafür, dass alles bereit ist für das eigentliche Rennen.
Es geht darum, potenzielle Stolpersteine frühzeitig zu erkennen oder goldene Chancen zur Verbesserung des Designs zu nutzen.
Das Beste daran: Alle bringen ihre Perspektiven und Insights ein – ein echter Team-Effort.
Das Review vorbereiten
In ein Design-Review sollten Sie nicht einfach „blind“ hineinspringen. Wenn Sie das Maximum herausholen wollen, müssen Sie im Vorfeld ein paar wichtige Dinge vorbereiten.
1. Teilnehmende auswählen

Es kann extrem frustrierend sein, wenn dutzende Personen in Ihr Design hineinreden. Das ist nicht nur nervig, sondern auch unproduktiver, weil es Sie mit unnötigen Ideen und Zweifeln überflutet. Halten Sie die Teilnehmerliste klein – idealerweise unter zehn Personen.
2. Review-Ziele, Projektzeitplan und Rahmenbedingungen festlegen
Bevor das Review beginnt, sollten Sie und Ihre Teilnehmenden wissen, was Sie mit der Sitzung erreichen wollen. Neben dem gewünschten Ergebnis für das Design ist es wichtig, klare Rahmenbedingungen zu setzen.
Dazu gehören Aspekte des Designs, die nicht verändert werden dürfen, sowie Themen, die im Review nicht diskutiert werden sollen. Legen Sie Design-Review-Richtlinien fest, um das Meeting zu straffen und alle Beteiligten beim Thema zu halten.
Sie können auch eigene Umfragen vorbereiten, wenn Sie bestimmte Bereiche gezielt abfragen möchten. Denken Sie daran: Das Ziel ist es, aussagekräftiges, nutzbares Feedback zu sammeln.
3. Checkliste durchgehen
Mit der folgenden Checkliste stellen Sie sicher, dass Sie alle Informationen und Ideen für das Review einsammeln. Für ein effektives Design-Review sollten Sie Feedback zu allen relevanten Aspekten des Designs einholen. Das spart Zeit und reduziert das Hin und Her nach dem Meeting.
4. Ihre Präsentation vorbereiten

Sie müssen Ihre Designarbeit präsentieren – idealerweise so einfach und bequem wie möglich.
Die Zeiten von Whiteboard, Kreide und dicken Ausdruckstapeten sind vorbei.
Nutzen Sie stattdessen einen Screenrecorder, um Ihren Bildschirm, Ihre Webcam und Ihre Stimme aufzuzeichnen. So können Sie Ihrem Team das Video schon vor dem Meeting schicken, damit alle genug Zeit haben, das Design anzuschauen und Vorschläge für Verbesserungen zu machen.
ScreenRec ist ein Screenrecorder, den Sie sowohl für Ihre Präsentation als auch als Feedback-Tool nutzen können, wenn andere ihre Gedanken und Empfehlungen teilen.
Nachdem Ihre Präsentation aufgezeichnet ist, können Sie mit ScreenRecs privatem Sofort-Link-Sharing den Link mit wenigen Klicks an alle Teilnehmenden senden. Hier erfahren Sie mehr über ScreenRec.
5. Teilnehmende einladen & Materialien kommunizieren
Wenn alles vorbereitet ist, müssen Sie nur noch die Teilnehmenden einladen. Weisen Sie sie darauf hin, welche Unterlagen, Geräte oder Tools sie ggf. mitbringen oder vorab installieren sollten.
Während des Reviews
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, können Sie mit dem eigentlichen Design-Review starten.
1. Projektziele noch einmal klarstellen

Direkt zu Beginn des Meetings sollten Sie die Projektziele noch einmal klar formulieren und Ihr Designkonzept erläutern. Die Teilnehmenden behalten dies im Hinterkopf, während sie Ihre Arbeit prüfen und Feedback geben.
2. Design präsentieren und Zeit für Feedback geben
Jetzt ist es Zeit, Ihr Projekt vorzustellen. Während die Teilnehmenden das Design betrachten, sollten sie:
- die Projektziele im Blick behalten, um sicherzustellen, dass das Design zu den Business-Zielen passt
- objektiv bleiben und Feedback vermeiden, das keinen Mehrwert bringt
- verstehen, dass positives wie negatives Feedback hilfreich ist, solange es konstruktiv ist
- Feedback nach Wichtigkeit priorisieren – große Themen zuerst
3. Feedback besprechen

Wenn alle genug Zeit hatten, ihre Gedanken und Meinungen zu sammeln, geht es an die Diskussion. Dabei sollten Sie:
- den Fokus auf wertvolles, relevantes Feedback legen
- allen genug Zeit geben, ihre Sichtweise zu teilen
- ausführliche Notizen zum Feedback machen; wenn Sie ein virtuelles Meeting oder Live-Chat als Umfragetool nutzen, können Sie mit ScreenRec die Diskussion aufzeichnen
- Feedback sammeln und dokumentieren, über das Uneinigkeit besteht oder das weiterer Klärung bedarf
Nach dem Review
Ist das Review vorbei, liegt es an Ihnen, das Maximum daraus zu machen. Übernehmen Sie das abgestimmte Feedback und setzen Sie die entsprechenden Änderungen im Design um. Gerade für Grafikdesigner:innen, Produktdesigner:innen und Developer kann dieser Prozess sehr produktiv sein.
Sehen Sie sich die aufgezeichnete Design-Diskussion an und leiten Sie daraus eine umsetzbare To-do-Liste ab. Nutzen Sie diese Liste, um alle notwendigen Anpassungen und Ergänzungen strukturiert umzusetzen. Das ist deutlich effektiver, als Feedback nur lose zu sammeln.
Zu wissen, wie man ein Design-Review durchführt, ist nur die halbe Miete. Folgen Sie den oben beschriebenen Schritten und nutzen Sie Design-Kollaborationstools wie ScreenRec, um Ihren Fortschritt zu dokumentieren – gemeinsam mit der Checkliste oben für ein produktives, sinnvolles Design-Review.
Bewährte Vorgehensweisen für ein effektives Design-Review
- Gründlich vorbereiten: Sammeln Sie alle relevanten Designdokumente, Spezifikationen und Prototypen im Voraus und stellen Sie sicher, dass alle Teilnehmenden vor dem Meeting Zugriff auf das Material haben.
- Klare Ziele definieren: Legen Sie konkrete Ziele für das Review fest (z. B. Abgleich mit Anforderungen, Identifikation kritischer Risiken) und kommunizieren Sie diese rechtzeitig an alle Beteiligten.
- Die richtigen Personen einladen: Beziehen Sie wichtige Stakeholder ein – Designer:innen, Engineers, Projektmanager:innen und ggf. Endnutzende oder Kund:innen – und halten Sie die Gruppe dennoch schlank.
- Die Sitzung strukturieren: Planen Sie feste Zeitblöcke für Präsentation, Diskussion und Feedback ein und nutzen Sie eine Agenda, damit alle wichtigen Aspekte des Designs abgedeckt werden.
- Positive Atmosphäre schaffen: Fördern Sie offene, konstruktive Rückmeldungen und eine Kultur von Zusammenarbeit und Respekt.
- Visuelle Hilfsmittel nutzen: Verwenden Sie Diagramme, Mockups, Screenrecordings und Prototypen, um komplexe Ideen leichter verständlich zu machen und produktiveres Feedback zu ermöglichen.
- Feedback und Entscheidungen dokumentieren: Bestimmen Sie eine Person für die Protokollführung, die Schwerpunkte, Entscheidungen und Aufgaben festhält, und teilen Sie das Protokoll im Anschluss mit allen Stakeholdern.
- Aufgaben priorisieren: Priorisieren Sie Aufgaben nach Impact und Machbarkeit und weisen Sie klare Verantwortlichkeiten und Deadlines zu.
- Nachfassen: Planen Sie Follow-up-Meetings ein, um den Fortschritt der Maßnahmen zu überprüfen und sicherzustellen, dass Feedback tatsächlich im Design gelandet ist.
- Den Prozess reflektieren: Bewerten Sie nach dem Review den Ablauf selbst – was hat gut funktioniert, was lässt sich beim nächsten Mal verbessern?
Häufig gestellte Fragen
Design-Reviews und Design-Kritiken erfüllen unterschiedliche, aber sich ergänzende Aufgaben im Designprozess. Ein Design-Review ist eine formelle Bewertung, die sicherstellen soll, dass ein Design alle Anforderungen, Ziele und Standards erfüllt. Es umfasst eine breite Prüfung von technischer Machbarkeit, Compliance, Budget und Zeitplan und bindet in der Regel viele Stakeholder ein – etwa Projektmanager:innen, Designer:innen, Developer und Kund:innen. Ziel ist es, über die nächsten Schritte im Projekt zu entscheiden und notwendige Anpassungen zu identifizieren.
Eine Design-Kritik dagegen konzentriert sich stärker auf Ästhetik, Usability und die Gesamtwirkung des Designs und arbeitet mit detailliertem, konstruktivem Feedback. Sie findet oft im kleineren Rahmen statt, häufig nur mit dem Designteam und ggf. ein paar externen Expert:innen. Die Kritik fokussiert sich auf kreative und funktionale Elemente, um Anziehungskraft und Nutzererlebnis zu verbessern, ohne den großen Projektkontext (Budget, Compliance etc.) so stark zu gewichten. Während ein Design-Review also die Bereitschaft für die nächste Projektphase bewertet, zielt die Design-Kritik darauf ab, die Qualität des Designs iterativ zu steigern.
Der Umfang eines Design-Reviews ist recht groß und darauf ausgerichtet, sicherzustellen, dass ein Design mit Anforderungen, Zielen und Standards übereinstimmt. Dazu gehört die Prüfung technischer Machbarkeit, die Einhaltung relevanter Normen und Vorgaben, Budget- und Zeitplan-Compliance sowie die Frage, ob das Design die Bedürfnisse der Nutzer:innen erfüllt.
Diese umfassende Bewertung beinhaltet auch das Durchgehen von Dokumentation, Prototypen und Kennzahlen, um potenzielle Probleme, Optimierungen oder nötige Anpassungen zu identifizieren, bevor das Projekt in die nächste Phase übergeht.
An einem Design-Review ist üblicherweise eine gemischte Gruppe von Stakeholdern beteiligt, die unterschiedliche Perspektiven und Expertise in den Prozess einbringen. Häufig nehmen teil:
- Designteam: Designer:innen und Architekt:innen, die direkt für das Projekt verantwortlich sind.
- Engineering-Team: Entwickler:innen/Engineers, die etwas zur technischen Machbarkeit und Implementierung sagen können.
- Projektmanagement: Projektmanager:innen oder Leads, die Fortschritt, Budget, Scope und Zeitplan im Blick behalten.
- Qualitätssicherung (QA): QA-Spezialist:innen, die auf Einhaltung von Standards und Anforderungen achten.
- Kund:innen oder andere Stakeholder: Personen oder Gruppen mit Interesse am Projekt – etwa Kund:innen, Investor:innen oder Endnutzende –, die Feedback dazu geben, wie gut das Design ihre Erwartungen erfüllt.
- Fach-Expert:innen (SMEs): Spezialist:innen für bestimmte Themen wie Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit oder bestimmte Technologien, die vertiefte Einblicke liefern.
Design-Reviews lassen sich in mehrere Typen einteilen, die in unterschiedlichen Projektphasen zum Einsatz kommen. Konzept-Reviews prüfen frühe Ideen und Konzepte auf Machbarkeit und Passung zu den Projektzielen. Preliminary Design Reviews (PDRs) gehen einen Schritt tiefer und kontrollieren, ob das Design alle Anforderungen erfüllt, bevor die eigentliche Umsetzung startet.
Critical Design Reviews (CDRs) finden statt, wenn das Design weitgehend ausformuliert ist – kurz bevor Entwicklung, Produktion oder Bau beginnen – und stellen sicher, dass das Design wirklich umsetzungsreif ist. Final Design Reviews prüfen das fertige Design noch einmal gegen die Spezifikationen, bevor es endgültig freigegeben wird.
Ergänzend dazu gibt es System-Design-Reviews, die die Systemarchitektur und das Zusammenspiel mit anderen Systemen bewerten, um Kompatibilität und Performance sicherzustellen. Jede Art von Review hilft dabei, potenzielle Probleme früh zu erkennen und zu beheben – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt.
NICHTS MEHR VERPASSEN
Erhalten Sie Updates zu neuen Artikeln, Webinaren und weiteren Angeboten: