Slack vs. E‑Mail: Wer macht das Rennen?
Während wir uns immer weiter an neue Arbeitswelten und die damit verbundenen Herausforderungen von Remote‑Teams anpassen, schauen viele Unternehmen kritisch auf die Tools, auf die sie sich bisher verlassen haben.

Allen voran: die gute alte E‑Mail. Jahrzehntelang war sie das Standard‑Werkzeug für interne Kommunikation – doch inzwischen wird heftig diskutiert, ob sie dieser Rolle noch gerecht wird.
Mit Slack ist ein ernstzunehmender Herausforderer auf die Bühne getreten, der E‑Mails den Platz streitig macht.
Slack ist eine der bekanntesten Collaboration‑Plattformen, und rund um drei zentrale Argumente wird in der Praxis oft heftig diskutiert: Slack vs. E‑Mail. Also hören wir auf zu spekulieren und schauen uns an, welches Tool in welchem Szenario die Nase vorn hat.
Argument Nr. 1: E‑Mails sind unproduktiver

Das erste Argument lautet: E‑Mails sind einfach ein ineffizientes Kommunikationsmittel. Veraltet, unsicher, zeitaufwändig – kurz gesagt: Sie verursachen mehr Probleme, als sie lösen.
Pro‑Argumente
- Mitarbeiter verbringen im Schnitt 209 Minuten pro Tag mit E‑Mails
Laut einem Bericht von CNBC verbringen Arbeitnehmende im Schnitt 209 Minuten täglich damit, ihre dienstliche E‑Mail zu prüfen. Das bedeutet, dass rund 43 % der Arbeitszeit für E‑Mails draufgehen.
Die Frage liegt auf der Hand: Wie soll echte Produktivität entstehen, wenn fast die Hälfte des Tages mit Lesen und Beantworten von Nachrichten statt mit konzentrierter Arbeit vergeht?
- E‑Mails bieten kaum moderne Funktionen
Vom Funktionsumfang her ist E‑Mail sehr grundlegend: Du kannst Nachrichten hin‑ und herschicken und kleinere Dateien anhängen.
Für viele Unternehmen reicht das nicht mehr. Es gibt keine echte Echtzeit‑Kommunikation, keine integrierten Sprach‑ oder Videoanrufe und der Versand großer Dateien ist häufig umständlich. Selbst grundlegende Sicherheitsfunktionen wie Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung fehlen bei vielen Anbietern oder müssen aufwendig nachgerüstet werden.
Am Ende kopierst du Inhalte zwischen E‑Mail‑Client, Projektmanagement‑Tools und Remote‑Work‑Apps hin und her – das kostet Zeit und Nerven.
Contra‑Argumente
- Fast alle sind E‑Mail gewohnt – ein Umstieg kostet Zeit
Wahrscheinlich kennst du nur sehr wenige Menschen ohne Gmail‑, Yahoo‑ oder Outlook‑Konto. E‑Mail ist tief in unseren Arbeitsabläufen verankert, und sie komplett zu ersetzen, kann im Alltag mehr Frust als Nutzen bringen.
Neben dem technischen Wechsel müsstest du dein gesamtes Team auf eine neue Kommunikationsplattform einschwören – inklusive Schulung und Eingewöhnung, was manche schlicht überfordert.
- E‑Mail archiviert Unterhaltungen gut und macht sie leicht durchsuchbar
Im direkten Vergleich „Chat vs. E‑Mail“ punktet die Mail beim Thema Archivierung. Eines ihrer größten Pluspunkte: Du kannst Konversationen bequem mit Labels oder Ordnern strukturieren und dank Volltextsuche alte Nachrichten sehr schnell wiederfinden.
Viele Instant‑Messaging‑Apps sind hier deutlich schwächer. Einzelne Gespräche lassen sich kaum strukturieren, und die Suche ist oft auf Stichwörter beschränkt.
Argument Nr. 2: Kollaborationsplattformen sind die bessere Wahl

Kollaborationsplattformen haben die Remote‑Arbeitswelt im Sturm erobert. Sie sollen verteilte Teams mühelos auf dem gleichen Stand halten – etwas, das klassische E‑Mails nur bedingt leisten.
Pro‑Argumente
- Strukturierte Workflows
Kollaborationsplattformen sind für ihren klar organisierten Workflow bekannt. Teammitglieder sehen auf einen Blick, was ansteht, wer verantwortlich ist und bis wann Aufgaben erledigt sein müssen.
- Transparente Projektupdates für alle
Arbeitspakete und Status sind für das gesamte Team sichtbar, und die Plattform informiert automatisch über Fortschritte oder Änderungen an Aufgaben.
- Sprache & Video inklusive
Nahezu jede Plattform bietet integrierte Sprach‑ und Videoanrufe direkt aus der App heraus.
Während E‑Mail‑Dienste meist sehr niedrige Upload‑Limits haben (bei Gmail z. B. 25 MB), erlauben Collaboration‑Tools in der Regel deutlich größere Dateigrößen von bis zu 1 GB oder mehr.
- Meetings professionell abbilden
Viele Plattformen bieten die Möglichkeit, virtuelle Meetings direkt in der App abzuhalten. Anders als ein einfacher Videoanruf verfügen Meeting‑Räume oft über Funktionen wie Whiteboard, Aufzeichnung, Chat und Screen‑Sharing.
Contra‑Argumente
- Einarbeitung kostet Zeit und Energie
Wie schon erwähnt, ist der Umstieg auf eine Kollaborationsplattform nicht für alle einfach. Zahlreiche Funktionen wollen verstanden und in den Alltag integriert werden – in einem vollen Terminkalender kann die Einarbeitung die Employee Experience sogar kurzfristig verschlechtern.
- Kostenlose Versionen sind oft stark eingeschränkt
Viele Tools bieten zwar einen Gratis‑Tarif, schalten aber zentrale Business‑Funktionen nur in der Bezahlversion frei. Wenn kein Budget vorhanden ist, bleibst du auf den Limits des Free‑Plans sitzen.
Das kann reduzierte Upload‑Größen, wenig Speicherplatz oder fehlende Funktionen wie Meeting‑Aufzeichnung und Whiteboard betreffen.
Argument Nr. 3: Slack ist eine starke E‑Mail‑Alternative

Unter den zahlreichen Collaboration‑Tools war Slack eines der ersten, das richtig große Verbreitung gefunden hat. Dadurch ist es zum wohl größten Konkurrenten der E‑Mail geworden. Die Frage „Ist Slack besser als E‑Mail?“ lässt sich für viele Teams mit einem klaren „Ja“ beantworten.
Pro‑Argumente
- Schneller Informationsfluss
Slack bietet eine aufgeräumte Oberfläche, über die Teams Projekt‑ und Teaminfos schnell teilen und abrufen können. Das ist deutlich übersichtlicher als gemeinsam genutzte Postfächer, in denen Mails schnell im Chaos versinken.
- Echtzeit‑Chat, Kommentare und Direktnachrichten
Slack für die interne Kommunikation zu nutzen, ist einer der einfachsten Wege, alle auf dem Laufenden zu halten.
Durch Chats und Kommentar‑Threads lassen sich Ideen und Feedback in Echtzeit austauschen, und Instant‑Messaging stellt sicher, dass Teamnews alle schnell erreichen.
- Aufteilung in „Channels“
Organisation ist bei Slack das A und O: Projekte und Teams werden in eigenen Channels gebündelt. Dort liegen alle Informationen – Dateien, Kommentare, Chats – sauber getrennt, was die Effizienz der Kommunikation deutlich erhöht.
- Du steuerst, was deine Aufmerksamkeit bekommt
Dank der Channels können nur die Teammitglieder einem Kanal hinzugefügt werden, die für ein Projekt relevant sind, und erhalten entsprechende Benachrichtigungen.
Wer nicht beteiligt ist, bleibt von unnötigen Alerts verschont – so reduzierst du Benachrichtigungs‑Spam deutlich.
Contra‑Argumente
- Ständige Erreichbarkeit kann überfordern
Auch wenn Channels für Struktur sorgen, führen Standard‑Benachrichtigungen schnell dazu, dass bei jeder kleinen Änderung Alerts aufpoppen. Viele dieser Updates sind weder dringend noch wichtig, aber du ertappst dich trotzdem dabei, dein Slack‑Dashboard genauso oft wie (oder öfter als) dein Postfach zu checken.
- Echte Privatsphäre ist begrenzt
Auch wenn man ohnehin nichts Unangebrachtes im Firmen‑Slack schreiben sollte, ist wichtig zu wissen: Direkte Nachrichten sind technisch nicht wirklich privat.
Administratoren bzw. Arbeitgeber können auf Chat‑Verläufe zugreifen – das sollte jedem bewusst sein.
- Begrenzte individuelle Anpassung
Wenn du z. B. die Reihenfolge von Channels nur für dich ändern, bestimmte Kanäle ausblenden oder Diskussionen aus deiner Ansicht entfernen willst, stößt du schnell an Grenzen – viele Änderungen wirken sich immer auf das gesamte Workspace‑Setup aus.
Das Urteil
Wann solltest du E‑Mail und wann Slack nutzen?
Jedes der oben genannten Argumente versucht zu erklären, warum Slack gegenüber E‑Mail Vor‑ oder Nachteile hat. Gleichzeitig gibt es für fast jeden Punkt auch Gegenargumente. Nutze diese Übersicht, um für dein Team bewusst zu entscheiden, wann E‑Mail die bessere Option ist und wann Slack seine Stärken ausspielt.
Slack und E‑Mail kombinieren
Angesichts der jeweiligen Stärken ist es kein Wunder, dass viele Unternehmen beide Werkzeuge parallel einsetzen. Slack hält alle im Team auf Kurs und sorgt für schnelle, informelle Abstimmung.
E‑Mail eignet sich dagegen hervorragend für formelle Kommunikation und als Archiv für Informationen, die wirklich vertraulich bleiben sollen.
Wenn du aktuell nach Alternativen zur klassischen E‑Mail oder weiteren Bausteinen für deine Remote‑Kommunikationsstrategie suchst, solltest du auch Video‑E‑Mails in Betracht ziehen. Für unser eigenes Team waren sie ein großer Zeitgewinn.
Slack vs. E‑Mail: Vergleichstabelle
Slack | ||
Dringende Nachrichten | Absolut – genau hier spielt Slack seine Stärke aus | Nicht wirklich geeignet |
Private Nachrichten | Slack ist nicht wirklich privat | In der Regel hat nur eine Person Zugriff auf das Postfach |
Durchsuchbarkeit | Ja, aber oft mit Einschränkungen | Ja – in der Regel findest du Gesuchtes sehr schnell wieder |
Unterstützt fokussiertes Arbeiten | Nur, wenn du Benachrichtigungen bewusst reduzierst oder deaktivierst | Ja, du kannst den Posteingang einfach ignorieren und dich auf deine Arbeit konzentrieren |
Einfache Organisation | Slack‑Channels sind ein starkes Feature, um Informationsflüsse zu strukturieren | Mit Labels und Ordnern kannst du E‑Mails organisieren, aber es wirkt etwas schwerfälliger als Slack |
Individualisierbarkeit | Änderungen an Channels wirken sich meist auf alle aus – begrenzte individuelle Anpassung | Das Postfach gehört dir – du kannst es weitgehend nach deinen Vorlieben anpassen |
Erweiterungen | Ja, es gibt zahlreiche Integrationen und Apps für Slack | Ja, auch für populäre E‑Mail‑Dienste wie Gmail gibt es viele Add‑ons |
Das Ergebnis
Also: Wer gewinnt – und wer ist überholt?
Die endgültige Antwort hängt stark von deinem Team und euren Prozessen ab. In unseren Augen ist die beste Lösung, Slack und E‑Mail kombiniert einzusetzen. Beide bringen eigene Stärken mit – warum also nicht das Beste aus zwei Welten nutzen?
Wenn du schon dabei bist, deine Kommunikationslandschaft aufzurüsten, wirf auch einen Blick auf ScreenRec. Damit kannst du sowohl in Slack als auch per E‑Mail Videonachrichten verschicken und so noch mehr Zeit sparen. Zeichne Bildschirm, Stimme, Kamera und sogar Systemsound auf und vermittle deinem Team und deinen Kund:innen das Gefühl, mit dir im selben Raum zu sitzen.
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