Homeoffice-Ziele: Wie du Ziele in Remote-Teams erreichst
Wir wissen alle, dass die Pandemie Remote-Arbeit stark beschleunigt hat. Der Trend zu verteilten Teams war jedoch schon vorher da – vor allem in Tech-Unternehmen, für die der Zugang zu globalen Talentpools sowohl fachlich als auch wirtschaftlich sehr attraktiv ist.
Naturlich bringt diese Arbeitsweise auch einige Herausforderungen mit sich. In diesem Artikel konzentrieren wir uns jedoch auf Homeoffice-Ziele und darauf, wie ihr eure Ausrichtung in der Umsetzung schärfen könnt. Das Framework für Zielsetzung, das viele Tech-Unternehmen nutzen, sind OKRs (Ziele und Schlüsselergebnisse). Mit kurzen Planungszyklen, Fokus auf Prioritäten, häufigen Check-ins und Retrospektiven passen sie perfekt zu agilem Arbeiten.

Was ist ein OKR?
Ein OKR wirkt auf den ersten Blick simpel, denn es besteht nur aus zwei Bausteinen: dem Objective (Ziel) und den Key Results (Schlüsselergebnissen). Warum sind OKRs trotzdem so wichtig? Das Objective beschreibt das Was und Warum eines Ziels, während die Key Results messen, woran ihr Erfolg festmacht.
Hier ein paar OKR-Beispiele aus dem IT-Bereich:
- Eine neue Generation eines Bildschirmrekorders entwickeln, der Teams die Kommunikation erleichtert
- Wöchentlich aktive Nutzer:innen auf 1,5 Millionen steigern
- Die Conversion-Rate von Test- zu zahlenden Kund:innen auf 75 % erhöhen
Wenn ihr solche Teamziele formuliert, können einzelne Teams ihre eigenen OKRs daran ausrichten oder davon ableiten und ihre Umsetzungspläne entsprechend anpassen. Für Software-Teams bedeutet das zum Beispiel, Jira-Epics mit einem solchen OKR zu verknüpfen. Im Marketing könnte ein Ziel rund um mehr Anmeldungen definiert werden, während das UX-Team an einem Sprint arbeitet, um das User-Onboarding zu verbessern – in der Hoffnung, dass sich das positiv auf die „Trial-zu-Zahler:innen-Conversion“ auswirkt.
Wenn ihr die geleistete Arbeit mit messbaren Ergebnissen verknüpft, könnt ihr den Impact eurer Bemühungen nachvollziehen. Das steigert nicht nur die Zufriedenheit, sondern vor allem auch den Lerneffekt. Nur wenn ihr Ergebnisse auswertet, erkennt ihr, ob etwas funktioniert hat oder nicht. So kann euer Remote-Team reflektieren, welche Maßnahmen Wirkung gezeigt haben, daraus lernen und entscheiden, ob weitere Anpassungen nötig sind.
Wie du Ziele in verteilten Teams setzt
Schritt 1: Die richtigen Gespräche führen
Wie bei jeder Form von Erfolg gilt: Ziele geben die Richtung vor. Klarheit über die Unternehmens- und Team-OKRs ist deshalb der erste Schritt. Diese Klarheit entsteht durch Gespräche darüber, welche Veränderungen am wichtigsten sind – also über die Aufgaben, zu denen sich euer Team verpflichten sollte.

Spannend ist, wie Teams solche Entscheidungen treffen. Idealerweise nutzen wir produktives Denken, teilen alle wichtigen Informationen, erklären unsere Ideen und Überlegungen offen und kommen anschließend gemeinsam zur besten Lösung.
In der Realität gibt es aber auch Teams, die Diskussionen vermeiden, eigene Agenden durchdrücken und sich gegen Transparenz sperren.
Das passiert häufig unbewusst. Zu merken, wann genau das geschieht, ist schwer und braucht Übung – zum Beispiel in Form von Reflexion von Gesprächen. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die Forschung von Chris Argyris.
Wie sollten Remote-Teams also über ihre Ziele sprechen – und wie lassen sich persönliche Vorurteile vermeiden?
Teams, die OKRs und agiles Arbeiten erfolgreich einsetzen, nutzen das, was Argyris als „Modell 2 – produktives Denken“ bezeichnet.
Was ist Modell 2 – produktives Denken?
Solche produktiven Gespräche funktionieren sowohl in Remote- als auch in Hybrid-Teams. Die Grundlage für Updates und Abstimmungsrunden bilden typischerweise:
- Fortschritte der letzten Woche
- Prioritäten für die kommende Woche
- identifizierte Probleme
- Zielstatus und Zuversicht
Damit diese Agenda funktioniert, dürfen Informationen nicht zurückgehalten werden. Aufgaben, an denen gearbeitet wird, werden gemeinsam entworfen und abgestimmt. So bleibt freie, informierte Entscheidung ein zentraler Baustein für die Effektivität des Teams.
Mehr Transparenz bei Zielsetzung und Umsetzung sorgt außerdem dafür, dass alle an den richtigen Themen arbeiten, was Ausrichtung und Verantwortlichkeit im gesamten Team stärkt. Gleichzeitig vermeidet ihr unnötige Meetings, wenn das komplette Team von zu Hause aus arbeitet – der Fortschritt ist auf einen Blick sichtbar.
Schritt 2: Outputs nicht mit Outcomes verwechseln
Es ist naheliegend, den Beitrag einer Person nur über die Aufgaben zu definieren, die sie erledigt. Diese Aufgaben sind Teil eines Projekts oder folgen einem etablierten Prozess – kurz: Es sind Outputs.

Outputs haben jedoch Konsequenzen – die Outcomes. Outcomes sind in der Regel Kennzahlen, die den Impact zeigen, zum Beispiel eine Veränderung einer KPI oder die höhere Effizienz eines Prozesses.
Das Problem: Outcomes sind häufig nicht klar definiert. Wer den Unterschied zwischen Outputs und Outcomes versteht, kann Ziele besser planen und die Arbeit ausrichten, die zu deren Erfüllung führt.
Schritt 3: Die richtigen Tools für Remote-Erfolg
Remote-Work-Tools spielen eine große Rolle für den Erfolg verteilter Teams. Dazu gehören alles von OKR-Software wie ZOKRI über E-Mail-Clients und deren Alternativen bis hin zu Kommunikationstools wie Slack, Projektmanagement-Tools wie Jira, Ausgabenmanagement-Lösungen wie Fyle und Videomessaging-Software wie ScreenRec. Zusammen bilden sie das perfekte Setup für Remote-Teams.
Im gesamten Quartal dienen diese Ziele als Anker für die Arbeit – und Deadlines helfen, die eigene Zeit im Homeoffice gut zu managen.
Wichtig ist auch: Tabellen und isolierte Einzellösungen reichen für die Herausforderungen rund um Zielsetzung, Rollen- und Umsetzungsabstimmung meist nicht aus – so verlockend sie auf den ersten Blick auch wirken und so sehr du vielleicht zögerst, in weitere Software zu investieren.
Wichtigste Erkenntnisse
Remote- und Hybridarbeit werden so schnell nicht verschwinden – der Begriff „neue Normalität“ passt hier perfekt. Wir müssen also unsere Arbeitsweisen weiter daran anpassen, wo wir arbeiten. Gleichzeitig gilt es, die Bedürfnisse des Unternehmens mit unseren eigenen Bedürfnissen zu vereinbaren: produktiv zu sein, zu lernen, uns sozial mit Kolleg:innen zu verbinden und unsere Karriere weiterzuentwickeln.
Bessere Zielsetzung, gute Kommunikationswege und passende Softwaresysteme sind entscheidend, damit dieses Modell funktioniert.
Die wichtigsten Punkte sind:
- Ein Team ohne gutes System für abgestimmte Ziele wird nie so effektiv sein, wie du es dir wünschst – OKRs sind hier ein starker Ansatz.
- Ziele in Tabellen landen schnell in der „Einmal festlegen und vergessen“-Schublade, obwohl ihr eigentlich eine kontinuierliche Auseinandersetzung damit braucht.
- Wirksamkeit ist der Schlüssel, um mehr Ziele zu erreichen und Deadlines einzuhalten – und dafür braucht es eine agile Arbeitsweise.
- Technologie spielt eine große Rolle, wenn Remote- und verteilte Teams erfolgreich sein sollen – wähle also Plattformen und Tools, die deine Teams optimal unterstützen.
Investiere Zeit, um in all diesen Bereichen dazuzulernen und deine Arbeitsweise dort weiterzuentwickeln, wo es möglich und notwendig ist. Dieses Engagement wird sich mit Sicherheit auszahlen.
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