5 bewährte Wege, die Produktivität deines Remote-Teams zu steigern

Produktive Teams aufzubauen, war schon immer entscheidend für ein erfolgreiches Unternehmen. Lange Zeit haben sich Teams vor Ort im Büro getroffen. Doch moderne Arbeitswelten sehen zunehmend anders aus, weil immer mehr Mitarbeitende remote arbeiten. Ein Blogbeitrag von Gallup berichtet beispielsweise, dass 45 % der Vollzeitbeschäftigten in den USA weiterhin zumindest teilweise remote arbeiten. Das ist beinahe die Hälfte aller Vollzeitangestellten – und der Trend scheint anzuhalten.
Das schafft neue Herausforderungen für Führungskräfte, die mit Hilfe von Remote‑Work‑KPIs Leistung und Produktivität messen müssen. Es braucht etwas mehr Aufwand, um den Überblick zu behalten, wie Teams performen. Wege zu finden, die Produktivität zu steigern, ist nichts Neues – aber dies zu tun, ohne das Team regelmäßig vor Ort zu sehen, schon. Es kann sich schwierig anfühlen, doch die folgenden Vorschläge zeigen, wie du die Produktivität deines Remote‑Teams gezielt verbessern kannst.
Arbeit priorisieren und organisieren
Aufgaben im Job zu organisieren, zu planen und zu priorisieren lohnt sich, egal ob dein Team remote oder vor Ort arbeitet. Das Arbeiten von zu Hause bringt aber ganz eigene Herausforderungen mit sich. Wenn die Grenze zwischen Beruf und Privatleben verschwimmt, fällt es schwer, sich voll auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Überall scheint es Dinge zu geben, die erledigt werden wollen – und darunter leidet die Produktivität. Auch das Monitoring der Leistung von Remote‑Mitarbeitenden wird für Führungskräfte komplexer.
Mit etwas strategischer Planung und Vorbereitung kannst du deinen Arbeitstag jedoch deutlich verschlanken. Wenn klar ist, was genau du erreichen möchtest, wird es leichter, Störgeräusche auszublenden und dich auf das Wesentliche zu fokussieren.
Beim Priorisieren helfen Werkzeuge wie die Eisenhower‑Matrix. Mit ihr kannst du entscheiden, was sofort erledigt werden muss, was warten kann, was delegiert werden sollte und – am besten – was du komplett von deiner To‑do‑Liste streichst.

Zu wissen, wie man Arbeit priorisiert und strukturiert, ist eine Kernkompetenz, wenn es um Produktivität geht. Wenn klar ist, was erledigt werden soll, kannst du entscheiden, wie du es angehst.
Ziele setzen
Eine offensichtliche Strategie im Umgang mit Aufgaben ist die Arbeit mit Zielen. Ziele gibt es überall: berufliche Ziele, Teamziele, persönliche Entwicklungsziele, finanzielle Ziele, Tagesziele und vieles mehr.
Problematisch wird es, wenn Ziele unscharf formuliert sind. Klar definierte Ziele sind immer wirksamer als vage Vorsätze. Die Art und Weise, wie du Ziele formulierst, ist entscheidend für deine Produktivität.
Nutze SMART‑Ziele, um genau festzulegen, was du an einem Tag oder in einer Woche erreichen willst und wie du dorthin kommst.

Wenn du deine Ziele definierst, konzentriere dich vor allem auf die „wichtigen“ Quadranten deiner Matrix. Ziele sollten erreichbar sein – versuche nicht, gleichzeitig an zehn verschiedenen Zielen zu arbeiten. Drei oder vier sind meist realistisch und ausreichend.
Klare, schriftlich festgehaltene Tagesziele helfen dir, Schwung in Richtung deiner größeren Ziele aufzubauen. Außerdem strukturieren sie deinen Tag und machen sichtbar, wie produktiv du warst – selbst an Tagen, an denen es sich nicht so anfühlt. Ziele schaffen Verbindlichkeit, was für Remote‑Teammitglieder besonders wichtig ist.
Fällt es dir manchmal schwer, Ziele wirklich abzuschließen? Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass du für deine Ziele Verantwortung übernimmst. Die drei Schüsselelemente für erfolgreiche Zielerreichung sind Commitment, Verbindlichkeit gegenüber anderen und das schriftliche Festhalten deiner Ziele.
Große Aufgaben in kleine Schritte zerlegen
Wenn du an einem größeren Projekt arbeitest, ist es sinnvoll, es in kleinere, leichter handhabbare Aufgaben zu zerlegen – zum Beispiel mit Hilfe einer Work‑Management‑Software. Du kannst auch Job‑Aids für dein Team erstellen, damit Aufgaben schneller erledigt werden.
Wie beim Setzen von Zielen solltest du einen realistischen Zeitplan festlegen und die Schritte dann konsequent durchgehen. So erledigst du mehr – und es motiviert enorm, nach und nach Häkchen auf deiner Checkliste zu setzen.
Kleinere Teams sind produktiver
Größere Teams sind aus offensichtlichen Gründen oft weniger effizient. Mehr Menschen bedeuten mehr Abstimmung und damit mehr Zeitaufwand. Die Bürokratie nimmt zu, es wird mehr geplaudert – und schnell entsteht ein Gefühl von Chaos.
In einem Forbes‑Blogartikel mit dem Titel „Why Smaller Teams are Better“ stellt Autor Jacob Morgan seine Forschung dazu vor, warum die Produktivität sinkt, je größer ein Team wird. Er beschreibt den sogenannten Ringelmann‑Effekt, ein Phänomen, bei dem einzelne Teammitglieder weniger Einsatz zeigen, je mehr Personen zur Gruppe gehören. Benannt ist er nach einem französischen Ingenieur, der ein Experiment durchführte, in dem Freiwillige an einem Seil ziehen sollten: Allein gaben sie 100 % – mit wachsender Gruppengröße nahm die individuelle Anstrengung ab.
Aus diesem Experiment sind weitere Studien entstanden, und der Begriff „Social Loafing“ („soziales Faulenzen“) wurde geprägt – für Fälle, in denen Menschen ihre Bemühungen reduzieren, weil sie sich weniger verantwortlich fühlen.
Wo immer es möglich ist, können kleinere virtuelle Teams also ein echter Produktivitätsbeschleuniger sein.
Ein glückliches Team ist ein produktives Team
Es ist allgemein bekannt, dass Menschen, die müde, gestresst oder von Burnout betroffen sind, deutlich weniger produktiv sind.
Google ist berühmt für seine Mitarbeiter‑Benefits und investiert stark in Zufriedenheit und Wohlbefinden. Das Unternehmen gehört immer noch zu den Best Places to Work auf Glassdoor. Auch wenn nicht jede Firma üppige Extras bieten kann, können Mitarbeitende trotzdem glücklich sein – und Führungskräfte sollten aktiv dazu beitragen.
Organisiere virtuelle Teambuilding‑Aktivitäten.
Effektive Teams brauchen eine gute Vertrauensbasis. Teammitglieder müssen offen miteinander kommunizieren können, um gemeinsam Bestleistungen zu erzielen. Geteilte Erlebnisse, zum Beispiel durch Teambuilding‑Maßnahmen, fördern Beziehungen – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Die Teilnahme sollte freiwillig sein.
Pausen fördern
Studien zeigen, dass Arbeitspausen aus vielen Gründen positiv sind. Pausen helfen uns,
- Stress abzubauen,
- unsere Kreativität zu steigern,
- Entscheidungsmüdigkeit zu verhindern,
- Motivation wiederherzustellen und
- unsere Produktivität zu erhöhen.
Ermutige Teammitglieder, jede Stunde fünf Minuten vom Bildschirm aufzustehen und sich zu bewegen. Lade sie ein, kurz nach draußen zu gehen, frische Luft zu schnappen und Tageslicht zu tanken. Solche bewussten Pausen führen zu zufriedeneren und letztlich produktiveren Mitarbeitenden.
Mitarbeitende belohnen
Teammitglieder, die sich wertgeschätzt fühlen, investieren deutlich mehr Energie in ihre Aufgaben. Wer wichtige Beiträge leistet, sollte Anerkennung bekommen. Wenn du deine Mitarbeitenden für gute Leistungen belohnst, steigerst du automatisch die Teamproduktivitat.
Laut Gallup gilt: „Anerkennung steigert das individuelle Engagement von Mitarbeitenden. Außerdem wurde nachgewiesen, dass sie Produktivität und Loyalität gegenüber dem Unternehmen erhöht – was wiederum die Fluktuation senkt.“
Wo möglich, sind finanzielle Belohnungen wie Gehaltserhöhungen oder Boni natürlich willkommen. Doch Anerkennung muss nicht immer Geld kosten: Öffentliche Wertschätzung in Form von Auszeichnungen oder Zertifikaten kommt meist gut an. Auch persönliche Anerkennung durch Vorgesetzte, etwa in einer Dankes‑Mail oder einer kurzen Nachricht, kann ein starker Motivator sein. Wichtig ist, dass die Anerkennung ehrlich, konkret und auf die jeweilige Person zugeschnitten ist.
Biete deinem Team Trainingsmöglichkeiten an
Laut einer Studie von 2017 zur Wirksamkeit von Teamwork‑Trainings kann gezieltes Training einen deutlichen positiven Effekt haben. Mögliche Formate sind zum Beispiel
- Führungskräftetrainings zur Verbesserung der Teamleistung,
- Trainings rund um Zusammenarbeit im Team oder
- konkrete Skills wie Zeitmanagement oder Emotionale Intelligenz.
Team-Produktivitäts-Tools und Apps einsetzen
Es gibt unzählige Tools und Apps für mehr Teamproduktivitat. Unabhängig davon, ob du im Tech‑Umfeld arbeitest oder nicht: Die passenden Werkzeuge helfen dir, die Leistung deines Remote‑Teams zu steigern. Außerdem stehen viele Tools zur Verfügung, mit denen sich die Produktivität von Remote‑Mitarbeitenden messen lässt. Hier sind einige besonders hilfreiche Beispiele.
Für Tech-Teams
ScreenRec

Du willst einen Bug melden, Code reviewen, eine neue Fähigkeit erklären oder etwas anderes vermitteln? Mit ScreenRec wird asynchrone Kommunikation deutlich schneller – und bleibt trotzdem so effektiv wie ein Gespräch vor Ort. Drücke in einem beliebigen Fenster Alt+S, um deinen Bildschirm, dein Mikrofon, deine Kamera und sogar den Systemton aufzunehmen. Mit einem weiteren Druck auf Alt+S beendest du die Aufnahme und kannst sie sofort per Chat, E‑Mail oder über jeden anderen Kanal teilen.
Deine Kolleg:innen können die Aufnahmen ansehen, wann es für sie am besten passt. So reduzierst du die Anzahl an Video‑Calls, zeigst aber trotzdem genau, was auf deinem Bildschirm passiert. Und das Beste: Dein gesamtes Team gewinnt mehr fokussierte Arbeitszeit.
Lightrun

Lightrun ist ein Debugging‑Tool für Entwickler:innen. Die Plattform hilft dabei, Produktionsprobleme schnell und einfach zu lösen, indem Logs, Metriken, Traces und mehr flexibel hinzugefügt werden können.
Silver Searcher

Silver Searcher ist ein kostenloses, Open‑Source‑Suchtool für Code. Es wurde mit Blick auf hohe Geschwindigkeit entwickelt und ermöglicht besonders schnelle Suchläufe.
Komodor

Wenn dein Team Kubernetes einsetzt, lohnt sich ein Blick auf Komodor. Mit diesem Troubleshooting‑Tool kannst du Änderungen in allen K8s‑Stacks bequem nachverfolgen und schnell erkennen, was betroffen ist.
Tuple

Diese App für Pair‑Programming ermöglicht es Teams, remote und gleichzeitig effizient zusammenzuarbeiten. Tuple bietet Dual‑Control, volle Tastaturunterstützung, Audio, ressourcenschonende Performance und mehr. Aktuell ist Tuple nur für macOS verfügbar, eine Linux‑Version ist in Arbeit.
Jell

Jell ist eine Management‑Plattform, mit der Remote‑Teams effizienter zusammenarbeiten können – insbesondere beim asynchronen Arbeiten mit verschiedenen Tools. Funktionen wie Daily Stand‑ups, Erinnerungen, Check‑in‑Vorlagen und mehr erleichtern es, Aktivitäten zu überblicken und die Produktivität von Remote‑Mitarbeitenden zu messen.
SpectralOps

SpectralOps ist ein Data‑Loss‑Prevention‑Tool, mit dem du Bedrohungen in Echtzeit erkennen und überwachen kannst. Durch das Scannen deiner gesamten Codebasis lassen sich Probleme schnell lokalisieren und beheben.
MantisBT

Dieser kostenlose, Open‑Source‑Bugtracker wird zwar häufig zur Fehlerverfolgung genutzt, eignet sich aber ebenso gut als Projektmanagement‑Tool.
Für Non-Tech-Teams
Microsoft Teams

Microsoft Teams ist ein Kollaborations‑ und Kommunikationstool, mit dem Teams remote arbeiten können und dabei organisiert und informiert bleiben. Inklusive ist ein Produktivitäts‑Tracking („Microsoft Productivity Score“), der auf Team‑Metriken wie Datenaustausch, Nutzung von Kommunikationstools usw. basiert. Zusätzlich lassen sich zahlreiche Apps für Produktivität und Reporting integrieren – je nach Bedarf deines Teams.
Slack

Ein Kommunikationstool, das strukturierte Gespräche ermöglicht – jedes Projekt erhält seinen eigenen Channel.
Apploye

Wenn du oder dein Team mit Zeitmanagement kämpft, kann Apploye helfen. Als Zeiterfassungs‑ und Monitoring‑Tool unterstützt es euch dabei, Arbeitsziele am Rechner zu setzen und einzuhalten. Remote‑Teammitglieder bleiben so leichter produktiv. Durch das Monitoring lässt sich zudem besser einschätzen, welche Maßnahmen die Produktivität tatsächlich steigern.
Zoom

Zoom ist eine Videokommunikations‑Plattform, die sich besonders für Remote‑Teams eignet. Neben Meetings kannst du darüber auch Online‑Events und Webinare veranstalten.
Zapier

Zapier ist ein Automatisierungstool, das dir Zeit spart, indem es Informationen zwischen Apps überträgt und Workflows automatisiert.
Coupler

Coupler ist ein Tool zur Datensynchronisation. Es
- erstellt automatisch Daten‑Backups,
- exportiert Datensätze aus Apps und
- verfolgt den Teamfortschritt mit Hilfe von Reports und Dashboards.
Diese Fortschrittsberichte können als Performance‑Metriken dienen, um Produktivität messbar zu machen.
Gorilla ROI

Für E‑Commerce‑Händler:innen ist Gorilla ROI ein spezialisierter Connector ähnlich wie Zapier. Du kannst Daten aus deiner E‑Commerce‑Plattform direkt in Google Sheets übertragen und dort weiterverarbeiten.
Narrato

Narrato ist eine Plattform für Content‑Erstellung, Zusammenarbeit und Workflow‑Management. Sie ersetzt für ausgelastete Content‑Teams viele Einzellösungen, die sonst für Content‑Prozesse nötig wären – darunter
- Dokumente,
- Tabellen,
- Grammatik- und Plagiatsprüfer,
- Projektmanagement-Tools,
- E-Mail und mehr.
Fazit
In dieser neuen Ära des Remote‑Work ist klar geworden, dass Teams keinen festen Bürostandort brauchen, um erfolgreich zu sein. Dank moderner Technologien können Menschen überall auf der Welt miteinander in Kontakt bleiben und effektiv zusammenarbeiten. Wenn du die oben genannten Strategien umsetzt, wirst du beobachten, wie die Produktivität deines virtuellen Teams Schritt für Schritt steigt.
FAQ
Produktivität am Arbeitsplatz ist wichtig, weil sie ein zentraler Erfolgsindikator ist. Die erfolgreichsten Organisationen sind in der Regel auch die produktivsten – und für Teams gilt dasselbe. Erfolgreiche Teams sind besonders leistungsstark und bestehen häufig aus zufriedenen, gesunden Mitarbeitenden.
Ein Vertriebsteam ist im Kern wie jedes andere Team: Es besteht aus Menschen. Daher gelten für die Steigerung von Effizienz und Produktivität die gleichen Empfehlungen wie oben beschrieben. Einzelpersonen und Teams sollten ihre Arbeit priorisieren und planen. Wo es Sinn ergibt, können kleinere Unterteams gebildet werden. Achte auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und ermutige sie, sich um sich selbst zu kümmern. Biete Trainings an und stelle sicher, dass ihnen die richtigen Tools zur Verfügung stehen, um ihre Performance zu erhöhen.
Wenn du die Produktivität einer einzelnen Person steigern willst, musst du den Fokus auf diese Person legen. Sorge dafür, dass sie sich wertgeschätzt fühlt und als wichtiger Teil des Teams wahrgenommen wird. Gib ehrliches, authentisches und hilfreiches Feedback. Falls bestimmte Fähigkeiten geschärft werden müssen, biete passende Trainings an. Die meisten Menschen möchten erfolgreich sein – und das Gefühl, dass ein Team auf einen zählt, kann extrem motivierend sein.
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