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Wie du kurze Anleitungsvideos am Computer erstellst

YouTube gilt als zweitgrößte Suchmaschine der Welt – logisch also, dass Menschen ganz gezielt nach Videoinhalten suchen.

Kurze Anleitungsvideos erstellen

Wir lieben es, dass sich Unterhaltung für die ganze Familie auf jedem Gerät so einfach finden lässt. Genau das macht Video auch für dein Unternehmen oder deine Organisation zum idealen Medium.

Videoinhalte sind leicht zu konsumieren und in vielen Fällen effektiver als andere Formate, um eine Botschaft zu transportieren. Vor allem visuelle und kinästhetische Lerntypen verstehen Inhalte besser, wenn sie jemandem in Echtzeit zusehen können.

Allerdings kann die Produktion eines professionell gedrehten Anleitungsvideos schnell 8.000 bis 10.000 US‑Dollar kosten. Wenn dein Budget solche Investitionen zulässt – nur zu.

Bist du jedoch wie die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer, ist das für ein kurzes Video kaum realistisch – schon gar nicht, wenn du solche Inhalte regelmäßig erstellen möchtest.

Für wen eignen sich Anleitungsvideos?

Ideen für Anleitungsvideos

Für dich! Die digitale Wissens- und E‑Learning‑Branche boomt. Denk an Namen wie Tony Robbins, Russell Brunson oder Neil Patel – und daran, dass virtuelle Klassenräume spätestens seit COVID zum festen Bestandteil des Lernalltags geworden sind.

In nahezu jeder Branche gibt es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Anleitungsvideos, zum Beispiel:

  • Mitarbeitende in der Entsorgung können Schulungsvideos aufnehmen, in denen sie zeigen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden und wie sich Schäden an Tonnen oder Eigentum vermeiden lassen.
  • Projektmanager erklären ihrem Team Schritt für Schritt, wie die für das Projekt benötigte Software funktioniert.
  • Fitnesscoaches erstellen Trainingsvideos, die ihre Kundinnen und Kunden von überall aus ansehen können.
  • Berater führen ihre Klienten durch komplexe Softwareeinrichtungen oder leiten Meditationen an, um mentale Blockaden zu lösen.
  • Fahrlehrer verbessern das Lernerlebnis ihrer Schülerinnen und Schüler mit Hausaufgaben‑Videos oder Material zur Prüfungsvorbereitung.
  • Grafikdesigner geben Einblicke in wichtige Elemente des Instructional Designs und teilen Tipps und Tricks aus der Praxis.
  • Architekten können interne Schulungsvideos zur eigenen, komplexen Software produzieren und gleichzeitig erklärende Videos für Kunden bereitstellen.
  • Branding‑Expertinnen zeigen, wie sich Kundinnen und Kunden inhaltlich auf eine neue Logoentwicklung vorbereiten.
  • Schulbehörden erstellen Trainingsvideos, um Lehrkräften den Einsatz der neuen E‑Learning‑Software zu erklären.
  • Steuerberater nutzen Erklärvideos, um Mandanten durch komplexe Tabellen zu führen – vor allem in der Hochsaison.

Jetzt bist du dran: Überlege dir spontan zwei Anleitungsvideos oder Tutorials, die du heute für dein Business oder deine Schülerinnen und Schüler produzieren könntest.

Was du mit Anleitungsvideos erreichen kannst

Tipps für Lernvideos

Mit einem Anleitungsvideo erklärst, zeigst und lehrst du – ein breites Publikum oder eine ganz bestimmte Person. Du gibst dein Wissen weiter, um Fähigkeiten aufzubauen oder Denkweisen zu verändern.

Egal, ob du zeigen möchtest, wie man eine Website erstellt oder wie man produktiver arbeitet: Dein Video wird zu einer wiederverwendbaren Ressource – einem digitalen Asset, das du vielfältig einsetzen kannst, zum Beispiel um:

Wenn du weißt, wie man Videos erstellt, und bereits einige produziert hast, besitzt du eine kleine Bibliothek an Inhalten. Diese Sammlung ist wiederverwendbar, kombinierbar und ein wertvolles digitales Asset. Gut kuratierte Inhalte lassen sich sogar zu einem Onlinekurs bündeln, der dir passives Einkommen einbringen kann.

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos – du musst nur anfangen. Hier sind unsere besten Tipps für effektive Lernvideos.

Was du besser nicht tust

Informationsvideo erstellen

Bevor du loslegst, lass uns einen Blick auf häufige Fehler werfen. Wenn du diese vermeidest, steigen deine Erfolgschancen deutlich:

  • Ganz gleich, worum es inhaltlich geht – definiere genau, welche Zielgruppe du erreichen willst, und entwickle eine passende Content‑Strategie.
  • Wenn du dein Publikum auf ein Angebot vorbereitest, produziere Inhalte, die ihnen das Gefühl geben, dass sie dieses Angebot wirklich verdienen.
  • Du musst nicht sofort in teure Kameras investieren. Nutze das beste Equipment, das dein Budget hergibt, ohne es zu sprengen. Kostenlose Screenrecorder oder ein Smartphone reichen für den Start völlig aus. Später kannst du aufrüsten. Für „Talking-Head“-Videos eignet sich auch passende Webcam‑Software.
  • Deine Videos müssen nicht perfekt sein! Akzeptiere, dass das erste Video sicher nicht fehlerfrei wird – und nutze die Erfahrung, um das nächste besser zu machen. Du kannst sogar misslungene Versuche nutzen, um deinem Publikum zu zeigen, wie man ein Informationsvideo besser nicht erstellt.

Starte mit einem klaren Plan

Informationsvideo planen

Wie bei jedem Projekt gilt: Wer nicht plant, plant das Scheitern ein. Je mehr Vorarbeit du in die Videoerstellung steckst, desto leichter erkennst du Lücken – sei es in der Strategie oder bei benötigten Tools.

Zielgruppe

Die wichtigste Frage zu Beginn lautet: Wem hilfst du mit diesem Video? Verschaffe dir ein möglichst klares Bild deiner Zielgruppe und dessen, was sie in deinen Videos sehen muss.

Dein Publikum merkt sehr schnell, wenn eine Botschaft nicht zu ihm passt. Triffst du nicht den richtigen Ton, schauen die meisten das Video nicht zu Ende und setzen das Gelernte nicht um – schlecht für deine Ergebnisse.

Nehmen wir als Beispiel Fahrschüler, die Motorradfahren lernen. Du musst sie auf Augenhöhe ansprechen und Videos produzieren, die ihrer Energie und Motivation entsprechen.

Richtest du dich dagegen an erfahrene Professionals, müssen Anspruch und Qualität deiner Videos den Erwartungen dieser Zielgruppe entsprechen.

Strategische Themenwahl

Wähle ein Thema, das ein konkretes Problem deiner Zielgruppe löst. In unserem Fall könnte das zum Beispiel „Wie man kurze Anleitungsvideos erstellt“ sein. Das Thema definiert dein Lernziel und hilft dir, klar zu vermitteln, welchen Nutzen Zuschauer davon haben.

Stell dir dazu unter anderem folgende Fragen:

  1. Welches Problem kann ich jemandem helfen zu lösen?
  2. Wie kann ich die Lösung zeigen, statt sie nur zu beschreiben?
  3. Wie kann ich Menschen dabei unterstützen, ein Ziel zu erreichen, auf das sie hinarbeiten?

Mache dein Video zu einer Ressource, auf die dein Publikum später gerne wieder zurückgreift.

Wenn du dein Thema kennst, visualisiere es mit einem einfachen Storyboard. Du musst kein zeichnerisches Talent haben – Strichmännchen und Sprechblasen genügen.

Vielleicht möchtest du zum Beispiel eine Software‑Demo aufnehmen. Überlege, welche Funktionen du hervorheben willst, und notiere sie. Das ist dein Handlungsstrang.

Zum Schluss legst du die passende Länge des Videos fest. Sie hängt von deiner Zielgruppe und dem Nutzungskontext ab. Als grobe Orientierung eignen sich mindestens drei Minuten und maximal zwanzig Minuten Inhalt.

Skript für dein Voice‑over vorbereiten

Freies Sprechen ohne Plan führt selten zu guten Ergebnissen – das spürt dein Publikum sofort.

Ein gesprochenes Skript vorzubereiten stellt sicher, dass alle wichtigen Punkte ihren Weg ins Video finden.

Du musst den Text nicht auswendig lernen. Es gibt Teleprompter‑Apps für Smartphone und Laptop, die dir die Vertonung erheblich erleichtern.

Hilfreich ist auch eine Tabelle, in der du Text und passende Bildschirmseiten verbindest. Führst du beispielsweise durch einen Login‑Prozess, kannst du dir an passender Stelle notieren, dass du auf die Option „Passwort merken“ hinweisen möchtest.

Achte in deiner Sprache auf einen natürlich‑gesprächigen Tonfall. Du sprichst mit echten Menschen auf der anderen Seite – gerade bei technischen Themen solltest du unnötigen Jargon vermeiden.

Übung macht den Unterschied: Probiere deinen Text ein paar Mal durch, bevor du auf „Aufnehmen“ drückst.

Und vergiss nicht: Kleine Pannen gehören dazu. Perfektion ist nicht das Ziel – jedes weitere Video wird automatisch besser, weil du dazulernst.

Wenn du den Bildschirm aufnimmst

Anleitungsvideo mit Bildschirmaufnahme erstellen

Mit einer Bildschirmaufnahme führst du Schritt für Schritt durch einen Prozess, während dein Publikum über die Schulter schaut. Dieser „Over‑the‑Shoulder“-Stil ist für visuelle Lerntypen ideal und hilft Menschen, die sich mit abstrakten Erklärungen schwertun, aber stark in der Umsetzung sind. Dafür brauchst du einen ruckelfreien Screenrecorder.

Schauen wir uns an, wie du mit einer Bildschirmaufnahme ein Anleitungsvideo erstellst.

Mit der Sprachaufnahme beginnen

Wenn du ein Screen‑Capture‑Video vorbereitest, empfiehlt es sich, zuerst das Voice‑over aufzunehmen. So trennst du Inhalt und Bild und musst nicht beides gleichzeitig „live“ liefern.

Nutze eine passende Audio‑Software, um Pausen und Fülllaute wie „ähm“ oder „hmm“ zu markieren und zu entfernen. Das hebt die Qualität deines Videos deutlich an und hilft, unnötige Längen zu vermeiden.

Wenn du in ein Mikrofon investierst, wähle das beste, das dein Budget erlaubt. Ist dieses Budget aktuell gleich null, ist das kein Problem: Eine Aufnahme mit dem Smartphone in einem kleinen, ruhigen Raum liefert oft schon sehr gute Ergebnisse.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Transkriptionen. Einige Tools bieten automatische Untertitel, die du für barrierefreie Videos und weitere Inhalte wiederverwenden kannst.

Screen‑Recording‑Software auswählen

Wähle einen Screenrecorder, der leicht zu bedienen ist und gute Freigabefunktionen bietet. Hier ein paar Optionen, die du dir ansehen kannst:

ScreenRec

ScreenRec bietet alle wichtigen Funktionen ohne die Überladung vieler anderer Programme. Du kannst Bildschirm, Webcam, Mikrofon und sogar Systemsound aufnehmen. Nach der Aufnahme steht dir ein sofort teilbarer Link zur Verfügung – kein separater Upload nötig. Du kannst das Video außerdem herunterladen und weiterbearbeiten. ScreenRec zählt zu den besten 4K‑Screenrecordern – und ist komplett kostenlos.

Hippo Video Screen

Hippo bietet eine siebentägige kostenlose Testphase und anschließend einen günstigen Einstiegstarif mit zusätzlichen Funktionen. In der Testversion erhältst du unter anderem unbegrenzte HD‑Aufnahmen, Gmail-/Outlook‑Integration, GIF‑Vorschaubilder und einfache Schnittmöglichkeiten.

EZvid

Auch EZvid lässt sich zunächst kostenlos testen. Zu den Funktionen gehören Pausieren und Fortsetzen von Aufnahmen, Zoom‑Möglichkeiten, Fokus auf den Mauszeiger, Screenshots und die Auswahl bestimmter Bildschirmbereiche. Zusammen mit ScreenRec gehört EZvid zu den besten Camtasia‑Alternativen.

Camtasia

Camtasia ist kostenpflichtig, bietet dafür aber einen großen Funktionsumfang: automatische Pegelanpassung der Tonspuren, geglättete Mausbewegungen, frei belegbare Tastenkürzel und eigene Design‑Themes für deine Marke.

Unabhängig von deiner Wahl solltest du mehrere Testaufnahmen machen, bevor du ein Video veröffentlichst. Plane mindestens einen kompletten Probedurchlauf ein, um dich mit dem Ablauf vertraut zu machen.

Wenn du mit Kamera drehst

Die Aufnahme mit einer Videokamera erfordert ein etwas anderes Setup als eine reine Bildschirmaufnahme.

  • Drehe in einer aufgeräumten Umgebung oder vor einem neutralen Hintergrund.
  • Investiere mindestens in ein Stativ, damit das Bild ruhig bleibt.
  • Wenn du mit dem Smartphone filmst, sollte die sprechende Person nah genug am Gerät stehen, damit der Ton gut ankommt.
  • Gute Beleuchtung ist entscheidend – ein dunkler Raum macht Inhalte schwer erkennbar und lässt dein Video schnell unprofessionell wirken.

Die Schnittphase

Anleitungsvideos schneiden und bearbeiten

Schneiden kann mühsam sein, aber je mehr Videos du produzierst, desto leichter fällt dir der Prozess. Nutze jede neue Produktion, um deine Videoschnitt‑Skills weiter auszubauen – so profitierst du doppelt.

Ein Produktionskalender hilft dir dabei, auch in der Nachbearbeitung den Überblick zu behalten. Wenn du diesen Teil nicht selbst übernehmen möchtest, kannst du auch externe Schnittservices nutzen, die dein Rohmaterial professionell aufbereiten.

Beginne damit, offensichtliche Fehler, Versprecher und Fülllaute zu entfernen. Kürze unnötige Pausen und überlange Szenen. Das Zusammensetzen mehrerer Takes ist zwar etwas aufwendiger, sorgt aber oft für das beste Endergebnis.

Zum Schluss fügst du dein Voice‑over ein und rundest damit den inhaltlichen Teil des Videos ab.

Visuelle Elemente gestalten

Ein hochwertiges Video enthält meist ein gebrandetes Intro und eine ansprechende Endkarte. Diese Grafiken kannst du in Tools wie Canva erstellen und anschließend in dein Videoprojekt importieren.

Veröffentlichen und teilen

Geschafft – dein erstes Anleitungsvideo ist fertig. Erstellen, optimieren, wiederverwenden, wiederholen!

Dranbleiben lohnt sich

Einmal produziert, stehen dir deine digitalen Inhalte dauerhaft zur Verfügung. Du kannst sie für andere Plattformen wiederverwenden und für Kurzformformate wie Instagram Reels oder TikTok zuschneiden.

Indem du dein Wissen in leicht verständlicher Form aufbereitest, hilfst du nicht nur deinem Publikum weiter – du förderst bessere Lernergebnisse und positionierst dich und deine Marke als kompetente Stimme in deiner Branche. Zeit für Video Nummer zwei.

Referenzen & weiterführende Inhalte

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