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ScreenPal (Screencast-O-Matic) vs. Screencastify: Welches Tool ist die bessere Wahl?

Tools für Bildschirmaufnahmen sind aus Remote-Arbeit, Online-Schulungen und der Erstellung von Videoinhalten kaum noch wegzudenken. Wenn du eine einfache Möglichkeit suchst, Präsentationen, Tutorials oder Lektionen aufzunehmen, bist du wahrscheinlich schon auf ScreenPal (Screencast-O-Matic) und Screencastify gestoßen.

Beide Tools helfen dir, schnell den Bildschirm aufzuzeichnen, einen Kommentar aufzunehmen und den fertigen Clip zu teilen. Sie unterscheiden sich jedoch beim Lizenzmodell, bei den Bearbeitungsfunktionen und bei Integrationen. In diesem Artikel vergleichen wir beide aus der Perspektive von Lehrkräften, Videocreator:innen, Remote-Teams und allen, die ohne unnötige Komplexität Bildschirmvideos erstellen möchten.

Kurz zu beiden Tools

Bevor wir in die Details gehen, schauen wir kurz darauf, für wen die beiden Lösungen gedacht sind.

  • ScreenPal (Screencast-O-Matic) – eine Desktop-App für Bildschirmaufnahmen und Videobearbeitung. Ideal, wenn du mehr Kontrolle über Aufnahme und Schnitt willst und Dateien lokal oder online speichern möchtest.
  • Screencastify – eine Erweiterung für den Chrome-Browser, besonders praktisch für Lehrkräfte, Schüler:innen und alle, die hauptsächlich im Browser arbeiten. Dank Integration mit Google Classroom und Google Drive ist das Teilen besonders unkompliziert.

In der Praxis hängt die Wahl vor allem davon ab, wie und wo du arbeitest – und wie umfangreich die Bearbeitungsfunktionen sein sollen, die du brauchst.

Bedienkomfort

ScreenPal (Screencast-O-Matic)

ScreenPal ist ein klassisches Programm, das du auf deinem Computer installierst (Windows, macOS sowie mobile Apps). Nach einer kurzen Einrichtung kannst du den ganzen Bildschirm, ein Fenster oder einen beliebigen Bereich aufnehmen. Die Oberfläche ist übersichtlich, die Buttons sind klar, und die meisten Optionen sind sofort erreichbar – ohne dich durch komplizierte Menüs zu wühlen.

Für Einsteiger:innen ist ein großer Vorteil, dass du eine Basisaufnahme mit wenigen Klicks erstellen kannst. Fortgeschrittene Funktionen wie Schnitt, Untertitel oder Effekte liegen im separaten Editor, bleiben aber trotzdem intuitiv.

Screencastify

Screencastify funktioniert als Chrome-Erweiterung und erfordert keine separate Programminstallation. Nach dem Hinzufügen klickst du einfach auf das Icon und wählst, ob du einen Tab, den ganzen Bildschirm oder die Webcam aufnehmen möchtest.

Dank der einfachen Oberfläche ist das Tool besonders angenehm für Lehrkräfte und Schüler:innen: Du brauchst kein spezielles Technik-Know-how, um eine Aufnahme zu erstellen. Mikrofon, Kamera und Tonquelle lassen sich in einem einzigen, klaren Fenster konfigurieren.

Aufnahmefunktionen

  • ScreenPal ermöglicht Aufnahmen von:
    • dem gesamten Bildschirm oder einem ausgewählten Bereich,
    • Webcam-Bild als Einblendung,
    • Mikrofonton – und in bezahlten Plänen auch Systemton,
    • Videoqualität bis 1080p.
  • Screencastify erlaubt:
    • einen Browser-Tab, den ganzen Bildschirm oder die Webcam aufzunehmen,
    • Webcam-Bild mit der Bildschirmaufnahme zu kombinieren (z. B. in der Ecke),
    • einfache Annotationen hinzuzufügen (Zeichnen, Cursor hervorheben, Bereiche vergrößern),
    • Mikrofonton – und je nach Konfiguration auch Systemton – aufzuzeichnen.

Für den Alltag – z. B. Lektionen, kurze Tutorials oder Präsentationen – reichen die Funktionen in beiden Fällen aus. ScreenPal bietet jedoch etwas mehr Flexibilität bei verschiedenen Bild- und Tonquellen.

Bearbeitungsfunktionen

ScreenPal

Eine der größten Stärken von ScreenPal ist der integrierte Videoeditor. Du kannst:

  • Aufnahmen zuschneiden und unnötige Stellen entfernen,
  • Untertitel und Beschriftungen hinzufügen,
  • Texteinblendungen, Pfeile, Rahmen und weitere grafische Elemente einfügen,
  • mehrere Clips zu einem längeren Video zusammenführen,
  • eine Tonspur hinzufügen oder den Kommentar nachträglich aufnehmen.

Wenn du besonders saubere Inhalte produzieren willst, ist das ein klarer Vorteil gegenüber sehr einfachen Bildschirmrekordern.

Screencastify

Screencastify hat ebenfalls einen Editor, allerdings eher für die Basics. Du kannst u. a. zuschneiden, mehrere Clips zusammenfügen und einfache Korrekturen machen. Für schnelle Lerninhalte reicht das oft aus – wenn du umfangreicher schneiden willst, greifst du früher oder später aber meist zu einem externen Programm.

Speichern und Teilen

  • ScreenPal speichert Videos lokal (z. B. als MP4) oder lädt sie in die ScreenPal-Cloud hoch. So kannst du Aufnahmen leicht in eine Website einbetten oder per Link teilen.
  • Screencastify speichert Aufnahmen standardmäßig in deinem Google Drive. Das ist besonders praktisch, wenn du im Google-Ökosystem arbeitest: Link kopieren und z. B. in Google Classroom oder in eine E-Mail einfügen.

In beiden Fällen geht das Teilen schnell, ohne große Anhänge zu verschicken. Der Unterschied liegt vor allem darin, ob du lieber deinen eigenen Online-Speicher (Google Drive) nutzt oder eine in die App integrierte Lösung.

Preise und Limits der Gratisversionen

  • ScreenPal:
    • Gratisversion mit begrenzter Aufnahmedauer und Wasserzeichen,
    • Bezahlpläne ab wenigen US-Dollar pro Monat (je nach Funktionsumfang, z. B. Videobearbeitung, Systemton, mehr Online-Speicher),
    • günstigere Education-Lizenzen für Schulen und Lehrkräfte.
  • Screencastify:
    • Gratisplan mit Limit pro Aufnahme (z. B. 30 Minuten pro Clip) und Einschränkungen bei der Anzahl gespeicherter Videos,
    • Premium-Pläne ab wenigen US-Dollar pro Monat mit längeren Aufnahmen, mehr Speicher und Zusatzfunktionen (z. B. Analytics).

Wenn du nur gelegentlich aufnimmst, reichen die kostenlosen Versionen oft aus. Bei regelmäßiger Videoarbeit lohnt sich ein bezahlter Plan jedoch – besonders bei ScreenPal, weil damit die vollen Bearbeitungsfunktionen freigeschaltet werden.

Integrationen und typische Einsatzszenarien

Screencastify ist eine naheliegende Wahl für alle, die täglich im Google-Ökosystem arbeiten – insbesondere für Schulen mit Google Workspace for Education. Durch die Integration mit Google Classroom und Drive wird das Erstellen und Teilen von Video-Lektionen nahezu zum Selbstläufer.

ScreenPal eignet sich eher für Unternehmen und Creator:innen, die ausgefeiltere Inhalte erstellen wollen: Produkt-Tutorials, Kund:innenpräsentationen, Schulungsaufnahmen oder Webinare. Dank Editor und lokaler Speicherung hast du mehr Kontrolle über das Ergebnis.

Was ist besser: ScreenPal oder Screencastify?

Es gibt keinen einzigen „Sieger“ für alle. Aber diese Faustregeln helfen bei der Entscheidung:

  • Wähle Screencastify, wenn du:
    • hauptsächlich im Chrome-Browser arbeitest,
    • Google Classroom oder Google Drive nutzt,
    • kurze Lektionen, Anleitungen oder Präsentationen für Schüler:innen bzw. Kolleg:innen aufnimmst,
    • maximale Einfachheit und minimale Einrichtung willst.
  • Wähle ScreenPal, wenn du:
    • längere Videos in guter Qualität aufnehmen willst,
    • schneiden, Untertitel hinzufügen, Grafiken einbauen und mehrere Clips in einem Projekt kombinieren möchtest,
    • Systemton aufnehmen musst,
    • manchmal lokal speichern willst – nicht nur online.

Alternative: Einfach aufnehmen mit ScreenRec

Wenn du nach dem Vergleich immer noch unsicher bist, gibt es noch eine weitere Option: ScreenRec. Ein kostenloser Bildschirmrekorder, der:

  • Bildschirm und Ton gleichzeitig aufnimmt,
  • Voiceover und Webcam-Bild hinzufügt,
  • in der kostenlosen Version kein Zeitlimit erzwingt,
  • kein Wasserzeichen hinzufügt,
  • 2 GB kostenlosen, verschlüsselten Online-Speicher bietet,
  • nach der Aufnahme sofort einen privaten Link zum Teilen erzeugt.

Für viele ist das ein praktischer Kompromiss zwischen Einfachheit und Funktionsumfang – besonders, wenn du schnell zu sauberen Bildschirmaufnahmen kommen willst.

Fazit

Sowohl ScreenPal (Screencast-O-Matic) als auch Screencastify sind solide Tools, richten sich aber an unterschiedliche Zielgruppen. Überlege dir, wo du am häufigsten arbeitest (Browser vs. Desktop-App), welche Integrationen dir wichtig sind und wie umfangreich deine Bearbeitung sein soll.

Unabhängig von deiner Wahl lohnt es sich, eine einfache Alternative parat zu haben – wie ScreenRec. Damit kannst du schnell Bildschirmaufnahmen erstellen und teilen, ohne dich mit Limits der kostenlosen Versionen herumärgern zu müssen.